Sankt Laurentius in Kürmreuth
Seit 2015 vergibt der Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz e.V. die Auszeichnung „Simultankirche des Jahres“. 2026 trägt Sankt Laurentius in Kürmreuth diesen Ehrentitel. 1653 wurde hier das Simultaneum eingeführt und es besteht bis heute.

Am Donnerstag, den 26.März fand die offizielle Fahnenübergabe statt im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes.
Aus der Geschichte der Kirche



Die Kürmreuther Kirche ist nach dem heiligen Laurentius benannt, der in der Oberpfalz ein seltener Kirchenpatron ist. Sie steht an der höchsten Stelle Kürmreuths und geht auf eine mittelalterliche Burgkapelle zurück. Sie gehörte zu einer Anlage, die zeitweise sogar aus drei Schlössern bestand.
Besonders auffällig an der Kirche ist ihr niedriger Turm. Ursprünglich handelte es sich um einen Zwiebelturm, der 8 Meter höher war als der jetzige. Durch Blitzschlag brannte der Turm nieder, daher einigte man sich darauf, ihn nur mehr teilweise aufzubauen. Eine Besonderheit stellt eine Kirchenglocke mit Namen Laurentius dar, die während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges 1642 gegossen wurde.


Kostbarkeiten der Kirche sind das Sakramentshäuschen mit dem Schweißtuch der Veronika aus dem 15. Jahrhundert, sowie die barocke Madonna mit dem Jesuskind, die beide große Kronen mit Kreuzen tragen. So ist von jeder Stilepoche etwas in der Kirche vorhanden vom gotischen Kreuzrippengewölbe bis hin zum spätbarocken Hochaltar.
Die Orgel baute vor rund 150 Jahren Paulus Götz aus Staubershammer. Sie ist das älteste Instrument, das von diesem Orgelbauer noch vollständig erhalten ist.
Die Kirche war von einem Friedhof umgeben. Die noch erhaltene Friedhofsmauer deutet mit ihren Schießscharten auf deine ehemalige befestigte Burganlage hin.



Von der Filialkirche zur eigenen Pfarrei
Ursprünglich war die Kürmreuther Kirche eine Filialkirche von Eschenfelden. Da der Weg von Eschenfelden nach Kürmreuth so weit war, wurde ein Kaplan eingesetzt, der auch am Ort seinen Wohnsitz hatte. Im Jahre 1364 wurde Kürmreuth dann eine eigene Pfarrei und blieb es fast 300 Jahre bis 1652.
Als hier im Jahr darauf das Simultaneum eingeführt wurde, musste der evangelische Pfarrer den Kirchenbesitz samt Friedhof, Kirche und Schulhaus mit dem katholischen Pfarrer teilen. Damit wurden auch die Einkünfte halbiert, so dass es weder dem evangelischen noch dem katholischen Pfarrer möglich war, seinen Unterhalt von dieser kleinen Pfarrei zu bestreiten. So wurde Kürmreuth katholischerseits zur Pfarrei Königstein zugeteilt.
Evangelischerseits blieb es eine selbstständige Kirchengemeinde mit heute rund 250 Gemeindegliedern und eigenem Kirchenvorstand und wird vom Edelsfelder Pfarrer mitbetreut.
(Informationen zur Kirche: Heidi Kurz)
Mehr Infos zur Simultankirche des Jahres 2026
Sankt Laurentius liegt der der Route 3 des Simultankirchen-Radweges.
Website der katholischen Pfarrei St.Stephanus Edelsfeld
Website der evangelischen Kirchengemeinden Edelsfeld und Kürmreuth


